Mein JA

November 6, 2018 Marie-Louise 0 Comments

Die persönliche Geschichte einer jungen Mama:

“Mein Name ist Julia, ich bin 24 Jahre alt und wurde in Indien geboren. Ich verbrachte ein Jahr im Heim von Mutter Teresa, bevor ich mit 4 Jahren von einem Paar aus Österreich adoptiert wurde. Meine Kindheit war sehr schwer – ich habe viel körperlichen und verbalen Schmerz erlitten.

Mit 16 lernte ich den Verein „Jugend für das Leben“ kennen, einen Verein, der sich für den Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod einsetzt. Ich fühlte mich schon von Kind auf dazu verpflichtet, für die Kleinen und Wehrlosen zu kämpfen. Im Rahmen des Vereins machte ich auch einige Schuleinsätze in verschiedenen Schulen. Und oft wurde mir die Frage gestellt: Was würdest du machen, wenn du mit 18 oder 19 schwanger wirst und mitten in der Ausbildung bist? Meine Antwort war klar: „Ich würde das Kind behalten.“ Das sagt sich so leicht… Mit 17 lernte ich meinen Freund kennen. Wie in jeder Beziehung erlebten wir unsere Hochs und Tiefs und es kriselte auch, nachdem wir die Wolke 7 verlassen hatten. Als ich 19 war, starb meine Mutter an Brustkrebs. Der Schmerz saß tief. Einige Wochen später erfuhr ich, dass ich schwanger war. Ich war in der 8. Woche. Mein Herz blieb stehen. Was? Ich? Ein Kind? Mit 19? Ich hatte gerade mit der Ausbildung angefangen. Die Ärztin zeigte mir das Kind im Ultraschall und sagte, dass man die Herztöne schon sieht. Dann drehte sie sich zu mir und fragte mich – weil sie mein überraschtes Gesicht sah – ob ich es behalten oder abtreiben möchte. Meine Welt brach zusammen. Eben sagte sie noch zu mir, dass das Herz schon schlägt und im gleichen Moment diese Frage. Ich brach in Tränen aus. Etwas so Kleines und Zerbrechliches wird von Anfang an zum Tode verurteilt. Ich fühlte mich in dem Augenblick hilf- und sprachlos. Mir wurde klar, dass viele Mädchen in meinem Alter oft keine Ahnung haben, was eine Abtreibung ist und was dabei passiert – ein kleines Kind wird getötet – und das hat körperliche und psychische Folgen. Angst stieg in mir hoch. Mein Kampfgeist erwachte und ich wusste, dass ich ein Kind unter meinem Herzen trage, das man nicht einfach wegwerfen kann wie ein Produkt. Ich wollte dieses Kleine um jeden Preis beschützen. Gott sei Dank habe ich sehr liebe Freunde, die sich mit mir gefreut und mir Mut gemacht haben, mich um das ungeborene Kind, aber besonders auch um mich zu kümmern. Ich ging in der 12. Woche nochmal zu einer Ultraschall-Untersuchung, diesmal im Spital, weil ich Schmerzen hatte. So besonders und wichtig habe ich mich noch nie gefühlt! Dieses krasse Gefühl, mein Kind im Bauch hüpfen zu sehen und dass ich die Verantwortung für diesen kleinen Menschen tragen darf, machte mich so glücklich! Es war einfach WOW!

Ich lernte einige Mütter kennen, die viele Kinder haben und alle sehr glücklich sind. Sie strahlten als sie über meine Schwangerschaft erfuhren. Mich umsorgend gaben sie mir tolle Tipps und Ratschläge. Das ist so wichtig: Erfahrene Frauen, die jungen Mädchen wie mir zu Seite stehen. Ich hatte ja keine Mutter mehr. Es sind die wahren Powerwomen, die die Kinder lieben, helfen und so viel Liebe und Frieden im Herzen haben!
Ich wollte lange Zeit zu keinem Frauenarzt mehr gehen, weil ich diese oft kinderfeindliche Einstellung nicht aushalten konnte. Doch dann lernte ich einen liebevollen und kinderfreundlichen Arzt kennen. Immer wenn mein Freund und ich bei ihm waren, freuten wir uns sehr auf unsern kleinen Schatz. Wir vergaßen kurz unsere Sorgen und den Beziehungsstress und konnten uns aufrichtig auf das Baby freuen. Der Arzt betrachtete Kinder selber als so kostbar und wertvoll. Solche Ärzte brauchen wir, die das Leben schützen und fördern von Beginn an.

Im Februar 2014 wurden wir mit dem perfektesten, unglaublichsten und schönsten Baby der Welt beschenkt! Er war da und die letzten Monate waren wie ausgelöscht. Es gab nur Freude und Glück zwischen uns dreien und obwohl ich in der Schwangerschaft jeden Tag weinte, ist mein Kind das fröhlichste, das die Leute je gesehen haben. Unser Pezibär lächelt jeden Morgen. Er grinst jeden freundlich an und ist unser größter Schatz. Der Gedanke daran, dass ich ihn einfach hätte abtreiben können, diesen süßen Spatz, versetzt mir einen Stich ins Herz.

Ich möchte allen (jungen) Müttern Mut machen:

“Freut euch! Es ist das Schönste und auch das Beste, was euch gegeben wird! Ihr bekommt einen Menschen, der euch ohne zu fragen liebt! Nehmt dieses Kind an und, so schwer auch die Umstände auch sein können, es kann nur besser werden! Sucht euch die Freunde, die zu euch stehen oder haltet euch an die Menschen fest, die gut von euch denken!“

Ich möchte vor allem auch jeden Einzelnen ermutigen, für die Frauen in einer Notsituation da zu sein, ein Wort und eine kleine Hilfe und Zuwendung können Leben retten!”

   

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