Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Zu viele falsch positive Tests?
Eine Journalistin der New York Times deckte kürzlich auf, dass bei 85 % (!) der sogenannten nicht-invasiven vorgeburtlichen Tests ein falsch positives Ergebnis angezeigt wird. Bei diesen Tests wird der Mutter Blut abgenommen und untersucht, ob Auffälligkeiten, die auf eine genetische Krankheit des Kindes hindeuten, zu finden sind. Etwa ein Drittel aller Schwangeren ließ die Tests durchführen; bei 85% zeigten sie falsche „Auffälligkeiten“ bei völlig gesunden Kindern.
Die angepriesenen Tests beim Arzt versprechen der Schwangeren „Sicherheit“ und „ein gutes Gefühl“ und so wird ihr für die Analyse Blut abgenommen. Und dann kommt nicht selten wenig später ein Anruf des Arztes, dass „vielleicht etwas nicht stimmt“. Es folgen weitere – invasive und oft schmerzhafte – Tests wie eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) oder Blutabnahme durch die Nabelschnur, die dann feststellen, dass die erste Annahme falsch war und keine Auffälligkeiten vorhanden sind.
Nun könnte man denken, dass die Frauen erleichtert sind, wenn keine Krankheit vorliegt, doch die Erfahrung der Journalistin der Times, die mit vielen Betroffenen gesprochen hat, ist eine andere. Die Schwangere weiß zum Zeitpunkt des ersten Tests nicht, dass dieser einen falschen Verdacht geliefert hat. Es folgen viele weitere Tests, Verunsicherung und auch Gedanken an einen Abbruch der Schwangerschaft. Die Journalistin berichtet von Frauen, die sich Monate und sogar Jahre nach der Geburt des gesunden Kindes immer noch dabei ertappen, nach Symptomen der damals vermuteten Krankheit Ausschau zu halten; Frauen, die nach lang unerfülltem Kinderwunsch und in freudiger Erwartung auf das Kind den Gedanken an eine Abtreibung wälzen.
Das alles sei bedenken, wenn Schwangeren diese – auf den ersten Blick harmlosen – Tests angeboten werden. Diese Tests sind auf einen großen Markt mit wenig tatsächlich Betroffenen ausgerichtet. Dass die vorgeburtlichen Untersuchungen wichtig und sinnvoll sind, ist unbestritten (siehe dazu unseren Blog), aber wird hier bewusst Geld mit der Verunsicherung der Frauen gemacht? Eine Schwangerschaft ist schließlich keine Krankheit!
Haben Sie Erfahrungen mit vorgeburtlichen Untersuchungen? Schreiben Sie uns an info (at) fairändern.at!
Podcast der Journalistin (auf Englisch): https://podcasts.apple.com/…/an…/id1200361736…
Artikel in der New York Times: https://www.nytimes.com/…/pregnancy-birth-genetic…#fairändern#Abtreibung#schwangerschaft#pregnancy#HoffnungaufeinKind#Schwangerschaft
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