Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Wo ist mein Wunschkind?
Jedes fünfte gewünschte Kind wird nicht geboren!
Alle zehn Jahre werden Daten zum Thema Familien, Kinderwunsch, Geburtenrate und vieles mehr erhoben. Der soeben veröffentliche Bericht des Familienministeriums befasst sich mit dem Zeitraum 2009 bis 2019 und hat einiges Interessantes zu bieten.
So setzt sich zum Beispiel der Trend fort, immer später das erste Kind zu bekommen. Lag das Alter der Frau bei der ersten Geburt 1970 bei 23 Jahren, 1990 noch bei 25 Jahren, so ist es heute bei 29,5 Jahren.
Die meisten der Befragten wünschen sich durchschnittlich 2,1 Kinder, die tatsächliche Geburtenrate liegt bei nur 1,5 Kindern. Nur 43% derer, die 2009 davon ausgingen, in den nächsten drei Jahren ein Kind zu bekommen, hat diesen Kinderwunsch auch tatsächlich erfüllen können. Ein ähnlich hoher Anteil (39%) verschob die Realisierung des Kinderwunsches auf später. Fast ein Fünftel (17%) derer, die davon ausgingen, bald ein Kind zu bekommen, hat ihren Kinderwunsch gänzlich verworfen. Das heißt somit: etwa jedes fünfte gewünschte Kind wurde nicht geboren!
Auch die Kinderlosigkeit ist im europäischen Vergleich sehr hoch, die Zahl wird von 16% (1960 und vorher geborene Frauen) auf geschätzte 20% der 1980 und später geborenen Frauen steigen. Vor allem unter Akademikerinnen ist die Kinderlosigkeit sehr hoch, fast jede dritte Akademikerin bleibt kinderlos.
Der Wunsch nach einer eigenen Familie und Elternschaft ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr stark, die Verwirklichung empfinden sie aber als immer schwieriger werdend. Für 70 % der 16- bis 29-Jährigen gehören Kinder zu einem erfüllten Leben.
Der Gedanke an ein Kind bleibt länger im Hintergrund, zunehmend später werden sich die Frauen – und noch später manche Männer – darüber klar, dass sie einen Kinderwunsch haben, den sie dann in nur kurzer Zeit realisieren wollen. Vom ursprünglichen Kinderwunsch mit mehreren Kindern ist dann oft nicht mehr viel übrig – und der noch bestehende Kinderwunsch wird mit dem Alter in seiner möglichen Umsetzung zunehmend unsicher.
Kinder sind die Zukunft eines Landes, ohne genügend Kinder kann der aktuelle Lebensstandard unmöglich im Alter gehalten werden. #fairändern fordert von der Politik, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass sich möglichst viele Menschen im Stande sehen, ihren Kinderwunsch auch zu verwirklichen!
https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/familie/familienpolitik/Familienforschung/familienbericht.html
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