Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Studie: genügend Zeit ist wichtig
In einer amerikanischen Studie vergleicht die Autorin Caitlin Myers die Beratungspraxis verschiedener Bundesstaaten. Verglichen werden jene mit einer nur einstufigen Beratung, die nicht persönlich sein muss, mit jenen, in denen ein zweimaliges persönliches Treffen vorgesehen ist. Myers kommt zu dem Schluss, dass die zweistufige und persönliche Beratung vor einer Abtreibung die Zahl der Abbrüche um fast 9% reduziert! Was die Studienautorin als „ungerechtfertigte Belastung für Frauen, die sich noch nicht entschieden haben“ bezeichnet, zeigt eindeutig, dass eine gewisse Bedenkzeit vor so einem folgenschweren Schritt immens wichtig wäre! Leider gibt es in Österreich keine Bedenkfrist, in der nochmal alle Für und Wider durchgegangen werden können, nicht. Wohl aber ist bei ästhetischen Eingriffen eine zweiwöchige Bedenkzeit zwischen Beratung und Eingriff vorgesehen. Will man sich bei uns beispielsweise die Nase korrigieren, muss man diesen Eingriff 14 Tage überdenken. Wie viel gravierender ist aber die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch! Deshalb fordert #fairändern eine zumindest dreitätige #Bedenkzeit! Denn #FrauenverdienenBesseres als eine schnelle Abtreibung.
Suche
Letzte Beiträge
Archiv