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Spätabtreibung: Tödliche Praxis

Ein Schwangerschaftsabbruch in Österreich ist auch nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten möglich: Bei ernster Gefahr für die seelische oder körperliche Gesundheit oder das Leben der Schwangeren, wenn eine schwere geistige oder körperliche Behinderung des Kindes zu erwarten ist, oder wenn die Frau zum Zeitpunkt der Empfängnis das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. (§ 97 StGB)

Eine Studie aus 2020 in Irland zeigt die furchtbare Praxis der Spätabtreibungen und die enorme Belastung, unter denen die durchführenden Ärzte stehen.[1] Zum einen sind sich die Ärzte dort nicht sicher, wann eine Spätabtreibung überhaupt gerechtfertigt ist, da seit 2018 eine Spätabtreibung erlaubt ist, wenn das Leben der Mutter gefährdet ist oder das Ungeborene an einer gravierenden fetalen Anomalie leidet, die es nicht länger als 28 Tage leben lassen würde.

Ärzte sprechen Klartext

Dies zu beurteilen sei laut der befragten Ärzte kaum möglich, da weder definiert ist, was gravierend bedeutet, noch dass hundertprozentig festgelegt werden könnte, wann das Kind nur 28 Tage lebt. Es bliebe rein hypothetisch.

Auch die Prozedur macht den Ärzten zu schaffen, die sie als brutal, schrecklich und schwer zu verkraften beschreiben. In Irland werden Spätabtreibungen ab der 22. Schwangerschaftswoche, so wie auch in Deutschland und Österreich, mittels Fetozid durchgeführt. Dabei wird eine tödliche Dosis Kaliumchlorid in das Herz oder in den Kopf des Kindes gespritzt. Das Kind stirbt im Mutterleib und wird dann tot geboren.

Als eine deutsche Pränataldiagnostik-Ärztin gefragt wird, ob sie das moralisch gut verkraftet und sie ihre private Haltung und die Arbeit trennen kann, wenn sich eine Frau für eine Spätabtreibung entscheidet, antwortet sie ehrlich mit Nein. Sie sei froh, dass Ärzte in Deutschland nicht dazu gezwungen werden können, Abtreibungen durchzuführen, da es oft zu belastend ist.[2]

Die Ärztin berichtet auch, dass im Zeitraum zwischen der 13. und 22. Woche für eine Abtreibung einfach die Geburt eingeleitet wird und das Baby dann häufig schon im Geburtskanal erstickt. Allerdings gibt es einige Fälle, bei denen das Baby lebt und dann ohne Hilfeleistungen zurückgelassen verstirbt.

Das Problem mit der Pränataldiagnostik

Auch die Pränataldiagnostik an sich ist ein Problem. Der Humangenetiker Ulrich Sancken, der die Ergebnisse von Ersttrimesterscreening-Bluttests auswertet, ist der Auffassung, dass Schwangere durch eine Diagnose oft unnötig belastet werden: Die Fehlerquote von falsch-positiven Ergebnissen sei groß und schwangere Frauen werden zu wenig aufgeklärt.[3] Oft werden deswegen auch gesunde Kinder fälschlicher Weise immer wieder abgetrieben. Die Gynäkologin Dr. med. Angelika Seiß sagt zudem, dass eine hundertprozentige Sicherheit zur Beeinträchtigung eines Kindes, nie gegeben werden kann.[4]

Seit 1975 können vorgeburtliche Kinder in Österreich u.a. „wenn […] eine ernste Gefahr besteht, dass das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein werde […]“ (§ 97 StGB) bis zur Geburt abgetrieben werden. Dieser Gesetzespassus ist für niemanden ein Gewinn: Nicht für das medizinische Personal, nicht für die Eltern und zuallerletzt für das Kind selbst.

#fairändern fordert ein Ende dieser Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Was für ein unwürdiges Werturteil über ihr Lebensrecht!

Eine Diagnose über eine (vermutliche) Beeinträchtigung des Kindes zu erhalten, ist für viele Frauen und Familien eine große Belastung. #fairändern fordert mehr Information, psychosoziale Betreuung und konkrete Hilfe für Betroffene. Die vorgeburtliche Tötung des Kindes darf nicht die Antwort einer aufgeklärten, zivilisierten Gesellschaft sein! #fairändern fordert Raum und Leben für alle Menschen – auf für jene mit Beeinträchtigung.


[1] Vgl. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32935467/

[2] Vgl. https://www.youtube.com/watch?v=fHeFnyUFxIE

[3] Vgl. https://www.youtube.com/watch?v=mTlm7Uq04EA

[4] Vgl. https://www.youtube.com/watch?v=jJNkwjH8uQ8

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