
Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”










Ich steche dir in den Bauch, wenn du nicht abtreibst.
Ein Statement zum internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen am 25. November
Der Schwangerschaftsabbruch, so wird es uns eingeredet, ist ein erkämpftes Frauenrecht. Dass Abtreibungen mehrheitlich durch inneren oder äußeren Druck oder gar physische Gewalt erzwungen sind, davon will man am liebsten nichts hören. Und doch ist es so.
Eine Studie des „Journal of American Physicians and Surgeons“ zu den Begleitumständen und Folgen einer Abtreibung ergab, dass 58,3% der Frauen abgetrieben hätten, um dem Wunsch anderer nachzukommen. 73,8% sagten, dass sie nicht frei von Druck gewesen seien. 28,4% der Frauen trieben ab, weil sie den Verlust ihres Partners fürchteten.
So sieht es also aus, mit dem vielbeschworenen sogenannten „Selbstbestimmungsrecht“ der Frau. In der Beratung nach einer Abtreibung höre ich oft von schwerwiegenden Verlustgefühlen und Trauer.
„Wären nur die Umstände anders gewesen!“
Viele Frauen geben dem Druck nach. Der Druck ist längst nicht mehr dahingehend, das Kind unbedingt bekommen zu müssen, sondern geht in Richtung Abtreibung. Nicht nur durch Kindesväter oder Familienangehörige, sondern auch durch fehlende Finanzen und/oder Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten mit Kind.
„Die Abtreibung hat nichts besser gemacht. Sie war keine Lösung.“
#fairändern fordert eine längst fällige Motivforschung und Statistik zu Schwangerschaftsabbrüchen in Österreich, damit sich keine Frau zur Abtreibung gedrängt fühlen muss. Ein Hinschauen ist dringend nötig. Gerade auch am Tag der Gewalt gegen Frauen.
Der Titel dieses Blogs stammt aus dem Mund eines 22jährigen Österreichers, der im Jänner dieses Jahres mehrmals seiner damaligen Freundin mit diesen Worten drohte. Sie ließ deswegen tatsächlich eine Abtreibung durchführen.
„Wenn du nicht abtreibst, schlage ich dich windelweich.“
Aufgrund dieser Drohung stand ein Mann aus St. Pölten vor Gericht, der seine schwangere Frau nötigen wollte, abzutreiben. Sie war im Gegensatz zum vorigen Beispiel stark genug, ihr Kind dennoch zu bekommen.
Wenn der Tag der Gewalt gegen Frauen unter dem Motto „gewaltFREI“ steht, dann dürfen wir unsere Augen nicht länger vor dem massiven Druck verschließen, mit dem Frauen hierzulande immer wieder zu Abtreibungen gedrängt werden. Auch die Politik ist gefragt, Perspektiven zu schaffen, den Frauen ihren Weg mit Kind zu erleichtern, anstatt zu erschweren und auch den öffentlichen Zwang für Frauen im Schwangerschaftskonflikt zu minimieren. Sie sollen das Recht haben, ihre Kinder ohne Druck, Zwang und gesellschaftliche Stigmatisierung zu bekommen.
Helfen Sie mit. gewaltFREI.
Petra Plonner
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