Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Alles Heuchelei?
Der 5. Mai ist seit 1992 europaweit der „Protesttag der Menschen mit Behinderung“. Nicht zufällig, sondern bewusst am selben Tag wie der Europatag, denn es geht um ein „einiges Europa für alle Menschen“. So weisen verschiedene Veranstaltungen auf den Grundsatz der Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung hin. Wo aber beginnt diese Gleichbehandlung? Offenbar nicht vor der Geburt. Denn noch immer ist eine Abtreibung bei Verdacht(!) auf Behinderung bis zum Tag der Geburt möglich. Gilt also doch nicht gleiches Recht für alle? Nein. Behinderte Menschen haben ein eingeschränktes Lebensrecht. So, als wären sie nicht erwünscht. Zwar baut man Rollstuhlrampen und bemüht sich um Inklusion (bei weitem noch nicht ausreichend), wird aber eine Behinderung vor der Geburt entdeckt, entsteht oft großer Druck vom Umfeld, den Ärzten und sogar der eigenen Familie „sich das doch nicht anzutun“ und das Kind stattdessen abzutreiben. Das ist Heuchelei und nichts anderes.
#fairändern steht für ernstgemeinte Gleichberechtigung und echte Inklusion. Denn #jederMenschistlebenswert!
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