Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Abtreibung als Entwicklungshilfe?
„Helft uns, aber tötet uns nicht!“ Das ist die Bitte afrikanischer Frauen und Männer in einer Videobotschaft an Präsident Joe Biden. Dieser will nämlich die „Mexico City-Regelung“ im Zuge der Entwicklungshilfe für Afrika aufheben und damit abtreibungsunterstützenden Organisationen Tür und Tor öffnen.
Die „Mexico City-Regelung“ war unter Präsident Ronald Reagan als Schutz gedacht, um die Kultur des Lebens, die den Afrikanern sehr wichtig ist, zu respektieren. Ihr Inhalt war das Verbot von staatlichen Finanzspritzen an Abtreibungsorganisationen im In- und Ausland.
Familienplanung und Ideologie
In Afrika wird das Leben von Beginn bis zum Ende als schützenswert angesehen. Abtreibung steht dieser Kultur daher vollinhaltlich entgegen. Den Afrikanern ist bewusst, dass ihre Haltung in der westlichen Welt verlacht und geringgeschätzt wird. Biden und auch der kanadische Premier Trudeau wollen diese Haltung durch ihre eigene westliche ersetzen.
Die Menschenrechtsaktivistin Obianuju Ekeocha ist darüber entrüstet: „Die treibende Kraft für diese westlichen Führer ist der Wunsch, ihre Ideologie zu propagieren, die sie für überlegen halten. Durch diese Form der ideologischen Vorherrschaft betrachten sie unsere Kulturen, die für das Leben, für die Familie und für den Glauben sind, als minderwertig gegenüber den westlichen ‘progressiven’ Ideologien, vor allem in Bezug auf menschliche Sexualität und sexuelle Moral.“
Sie führt aus, dass Afrika einer der verletzlichsten Kontinente ist und dass die Abhängigkeit von ausländischer Hilfe ein Aufhänger für westliche politische Führer ist, den Afrikanern ihre Weltanschauung aufzuzwingen, auch wenn sie der afrikanischen Art zu leben vollkommen entgegen gesetzt ist.
Der Kampf gegen eine Neo-Kolonialisierung
Auch die bisher in Afrika gegründeten westlich finanzierten Sexual- und Gesundheitsprojekte tragen diesen Charakter, der an eine Neo-Kolonialisierung denken lässt, da diese Projekte den Afrikanern eine fremde Lebensweise überzustülpen versuchen. Anstatt ein gut funktionierendes Bildungs-, Gesundheits- oder Versorgungssystem zu schaffen, wird die „Lösung“ in der Reduzierung der Bevölkerung durch Abtreibungsprogramme gesucht.
Die wichtigen und dringend benötigten Entwicklungshilfen bleiben somit aus und werden durch Milliardenprojekte ersetzt, die lediglich die Bevölkerungsreduzierung als Allheilmittel sehen. Dass dadurch Frauen nur zusätzlicher Diskriminierung ausgesetzt werden, indem sie durch Abtreibungen noch mehr zum (sexuellen) Objekt und Gebrauchsgegenstand reduziert werden, wird übersehen.
Auch in Österreich wird Abtreibung als Allheilmittel für tieferliegende Probleme propagiert. #fairändern fordert, dass der Schwangerschaftskonflikt von Frauen endlich ernstgenommen und nicht mit der Allgemeinlösung Abtreibung abgetan wird. Eine westliche Gesellschaft sollte sich dadurch auszeichnen, Frauen, Kinder und junge Familien entsprechend zu fördern und ihnen den erforderten Raum in der Gesellschaft zu geben.
* https://www.livenet.ch/themen/gesellschaft/international/afrika/385908-afrikanische_frauen_helft_uns_aber_toetet_uns_nicht.html
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