
Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”










Safe Abortion Day 2022
„Zugang zu sicheren und kostenlosen Abtreibungen ist ein Frauenrecht! Das lassen wir uns nicht nehmen!“ Klatschen. Unterstützungsrufe. So geschehen bei einer Kundgebung am „Safe Abortion Day“ am 28. September in Wien. Dann zog die kleine Schar radikaler Abtreibungsbefürworter vor das Parlament und das Justizministerium. Dazwischen Reden von Vereinen wie Ciocia Wienia, dem Frauenring und anderen radikal-feministischen Gruppierungen. Gefordert wird vor allem ein Entkriminalisieren von Abtreibung, eine absolute Freigabe und Bezahlung auf Krankenschein. Denn eine Abtreibung sei kein großes Ding, vor allem mit der Abtreibungspille eine echte Do-It-Yourself Sache. Da habe sich keiner einzumischen. Schon gar nicht „die Politik“ mit irgendwelchen Gesetzen die Frauenrechte einschränken würden. Von der kleinen Bühne kommt durch den Lautsprecher: „Sarah* hier neben mir hatte 25 Abtreibungen! Und es geht ihr bitte schön gut!“ Wie bitte? 25 Abtreibungen?? Dafür kann es eigentlich nur zwei Erklärungen geben. Entweder muss das arme Mädel sich und ihrem Gewissen immer und immer wieder beweisen, dass es „okay“ ist, eine Abtreibung zu haben und wird deshalb (unbewusst) so oft schwanger oder sie sollte dringend mit einem Gynäkologen ein Aufklärungsgespräch führen. Es ist wohl auf ersteres zu tippen.
Vielleicht ist eine Abtreibung also doch keine so „easy“ Sache. Und hinterlässt neben möglichen körperlichen vor allem psychische Spuren. Vielleicht täte es Aktivisten dieser radikalen Ansichten gut, sich einmal damit auseinanderzusetzen. Damit Sarah* und ihre Mitstreiter vielleicht eine neue Perspektive bekommen.
#safeabortionday #28september #abtreibung #ungeplantschwanger #ciociawienia #frauenring #frauenrechte #radikalefeministen #allesnichtsowieesscheint #fairändern
*Name geändert
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