Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
#fairändern begrüßt Diskussion über Abtreibung
Der Oberste Gerichtshof in den USA hat das als „Roe vs. Wade“ bekannte Grundsatzurteil zur Abtreibung aufgehoben. Dieses Urteil hatte im Jahr 1973 Abtreibung „on demand“, also ohne Angabe von Gründen, bis zur 24. Schwangerschaftswoche legalisiert. Nun wurde es nach fast 50 Jahren aufgehoben. Somit liegt die Kompetenz zur Regelung von Abtreibung bei den einzelnen Bundesstaaten.
#fairändern begrüßt den damit einhergehenden gesellschaftlichen Austausch über das Thema Schwangerschaftsabbruch. Mag. Petra Plonner, Vorsitzende von #fairändern: “Es ist gut und wichtig, über Abtreibung, Folgen und vor allem Alternativen zu sprechen. Das Thema selbst, aber auch das Leiden nach einer Abtreibung, das sehr viele Frauen betrifft, muss aus dem Tabu geholt werden. Nach beinah 50 Jahren und mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen tut es not, die Abtreibungspraxis auch in Österreich zu begutachten. Wir wissen mittlerweile viel mehr über die Frau und über das Kind. Eine Abtreibung ist keine Gesundheitsleistung oder gar ein Menschenrecht. Frauen sind danach nicht “gesünder”, sondern oft schwer traumatisiert.”
#fairändern stellt sich entschieden zur Frau: Niemand darf in einer solchen Notsituation allein gelassen werden. Häufig werden Frauen durch psychische und physische Gewalt zur Abtreibung gedrängt. #fairändern steht für Information, Empowerment, Mut und bestmögliche Unterstützung.
Plonner weiter: “Es muss endlich ideologiefrei hingeschaut und analysiert werden ohne die alten Grabenkämpfe, die niemandem helfen. Es braucht Bewegung und Weiterdenken, statt Stillschweigen und Realitätsverweigerung.”
#fairändern fordert eine längst überfällige Statistik sowie eine aufschlussreiche und anonyme Motivforschung, um besser unterstützen zu können. Von ungeplanter oder konfliktreicher Schwangerschaft betroffene Frauen verdienen umfassende Information und eine Bedenkzeit.
Link zur OTS-Aussendung: #fairändern begrüßt Diskussion über Abtreibung | #fairändern, 26.06.2022 (ots.at)
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