Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Was erwarten wir?
Persönliche Katastrophen? Finanzielles Debakel? Krankheit? Beziehungs-Aus? Jobverlust? Was erwartest du?
Es ist schon seltsam, dass wir so konditioniert zu sein scheinen, ständig das Schlechteste zu erwarten. Fast gehört das zum guten Ton: Der unverbesserliche Optimist ist einfach naiv und realitätsfern. Sich Sorgen zu machen, das gehört zum verantwortungsbewussten Menschen.
Nur: Der Großteil der ausgemalten furchtbaren Ereignisse wird auch 2022 nicht eintreffen. Wir müssen uns also gar nicht erst mental darauf vorbereiten. Im Gegenteil: Wir dürfen uns freuen! Das neue Jahr hat viel Gutes für uns im Ärmel. Setz doch gleich mal deine gottgegebene Fantasie dafür ein, dir das auszumalen. Male dir ein Bild einer bunten Zukunft. Und nicht nur für dich allein, sondern auch für die Menschen, die dich umgeben. Und dort, wo es gar nicht rosig aussieht, kannst DU etwas Farbe einbringen und die Not lindern.
Sei in Erwartung. Wie eine Frau, die schwanger ist. Ob geplant oder ungeplant, sie kann sich ihre Zukunft bunt malen – und wenn ihr das nicht ganz gelingt, weil sie im Augenblick nur schwarzsehen kann, bring doch DU etwas Farbe in ihre Vorstellungskraft. Bei realistischer Betrachtung stehen immer viele Türen offen. Wenn es gelingt, den negativen Fokus zu wechseln, können wir eine Vielfalt von Handlungsmöglichkeiten wahrnehmen. Und jene wählen, die einen weiteren bunten, strahlenden Farbklecks in unser Lebensbild malt. Ich jedenfalls male mir eine Welt, in der sich keine Frau, die ungeplant schwanger wurde, zu einer Abtreibung gedrängt fühlt. Sie darf in Erwartung sein. Mit deiner Unterstützung! Ich wünsche mir für 2022, dass wir alle Farbe in das Leben mischen – in Gedanken und in der Tat.
Dafür steht #fairändern!
Ihre Petra Plonner
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