Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Von wegen selbstbestimmt…
Zwei Drittel der ungeplant schwangeren Frauen sehen sich nicht in der Lage, das Kind zu bekommen, wenn der Partner es ablehnt. Anders gesagt, sie würden das Kind lieber bekommen, fühlen sich aber zur Abtreibung gedrängt.
Das ergab eine breit angelegte Analyse aus Beratungsgesprächen in Deutschland. Ein ähnliches Bild dürfte wohl auch in Österreich zustande kommen – ein Skandal!
Von Selbstbestimmung beim Thema Abtreibung zu sprechen ist von vornherein eine Täuschung. Offenbar ist jenen, die Abtreibung als „Entscheidungsrecht“ proklamieren die faktische Lage der betroffenen Frauen egal. Denn wo bleibt der Aufschrei jener, die behaupten, ihnen läge das Wohl der Frauen an Herzen? Wir dürfen bei dieser Gewalt an Frauen nicht länger wegschauen!
#fairändern fordert eine anonyme Motivforschung, damit zutage kommt, was Frauen wirklich brauchen. Damit wir ihnen die Sicherheit und Unterstützung geben können, die sie brauchen, ohne sich in eine ungewollte Abtreibung drängen zu lassen.
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