Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Beunruhigender Trend zu Heimabtreibungen
Die Zahl der chemischen Abtreibungen – also mit der Abtreibungspille Mifegyne – steigt europaweit an. In Deutschland werden knapp 30% der fast 100.000 Abtreibungen jährlich so durchgeführt. Als besonders „sicher und schonend“ für die Frauen angepriesen, wird die Pille seit Beginn der Pandemie vermehrt auch nach einem kurzen online geführten ärztlichen Gespräch einfach per Post zugeschickt.
Aber wie steht es wirklich um die „Sicherheit“ dieser Art von Abtreibung zu Hause? In Österreich gibt es – immer noch(!) – keine Zahlen oder Statistiken, aber eine Studie aus den USA belegt, dass Notfallspitaleinweisungen nach einer Heimabtreibung um das sechsfache gestiegen sind. Führt eine Frau eine zweite Abtreibung mit der Pille innerhalb von 12 Monaten durch, ist ihr Risiko, in der Notfallambulanz zu landen, doppelt so hoch wie beim ersten Mal.
Abgesehen von dem unhaltbaren Zustand, dass die Frau nicht medizinisch begleitet wird, hat das Abschieben der Abtreibung ins eigene Zuhause dramatische „Nebenwirkungen“. Oft hat diese Erfahrung zu Hause eine bleibende Traumatisierung zur Folge. Nicht nur verliert die Frau sehr viel Blut; sie kann – je nach Schwangerschaftswoche – auch den Fruchtsack mit dem Embryo erkennen. Aus Scham oder Furcht sind viele Frauen völlig allein in dieser Situation. Das eigene Heim wird zum Ort der Erinnerung an das Erlebte.
Do-it-yourself Abtreibungen zu Hause – sie sind nicht “sicher und schonend“! Frauen verdienen Besseres als eine Husch*-Pfusch*-Abtreibung! Frauen in Not nicht alleine lassen – #fairändern!
*Husch (in großer Eile, rasch)
*Pfusch ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Arbeit einer Person ohne ausreichende Fachkenntnisse.
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/23333928211053965
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