Bischof Wilhelm Krautwaschl
Bischof Diözese Graz-Seckau
“Warum gibt es uns? Warum gibt es Menschen? Ohne einen Glauben an Gott, der allem, was ist und geschieht, einen Sinn verleiht, ist das schwierig zu beantworten. Gott hat uns, die Menschen, als ein Gegenüber in der Schöpfung geschaffen – so jedenfalls sehen wir es als Christen. Aus diesem Grund gibt es uns Menschen – sogar als Gottes Ebenbild. In Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, wird dies unüberbietbar deutlich.
Gott haucht uns das Leben ein – das Leben hier auf unserer Welt bis hinein in die Ewigkeit, wenn unsere beschränkte Lebenszeit zu Ende ist. Jedes einzelne Leben ist also grundsätzlich ein Geschenk Gottes. Es gibt nichts wertvolleres und wichtigeres als neues, menschliches Leben. Daher gilt: Jedes Leben ist lebenswert, jedes Leben ist mit einer eigenen Qualität ausgestattet, mit eigenen Möglichkeiten, den Weg durch das Leben und hin zu Gott zu gehen.
So freue ich mich über das vielfache “Ja” zum Leben, das immer wieder gegeben wird – und dies auch in schwierigen Zeiten und unter besonderen Umständen. Dann kann die Kirche helfen. Auch #fairändern setzt sich für gute Lösungen ein, die dem Leben dienen. Deshalb sage ich ein herzliches „Vergelt’s Gott“, dass es diese Initiative gibt.”
Als Schulleiterin bekomme ich regelmäßig um diese Jahreszeit von vielen bekannten Verlagen neue Bücher zur Ansicht zugeschickt. Auch für das Fach Biologie. Natürlich steht „der Mensch“ am Lehrplan. Viel Nützliches erfährt man über die spezifisch männlichen und weiblichen körperlichen Merkmale und die Fähigkeit zur Fortpflanzung.
Viele der Bücher behandeln das Thema Sexualität mit der nötigen Sensibilität und Umsicht. Nicht ausgespart werden darf der weibliche Zyklus und die Möglichkeit, schwanger zu werden. Auf naturwissenschaftlicher Basis wird die Entwicklung eines Kindes im Mutterleib beschrieben: „Die Zellkerne von Samenzelle und Eizelle verschmelzen zu einer neuen Zelle. Dieser Vorgang heißt Befruchtung. Das Leben des Kindes beginnt.“ [1] Man sieht Abbildungen der „Lage eines Babys im Bauch der Mutter im 3. Schwangerschaftsmonat.“ [2]
In den Gesprächen rund um die Fristenregelung in Österreich nimmt kaum jemand diese „bösen“ Worte in den Mund: Baby, Mutter, Leben des Kindes. Wer das tut, wird als frauenfeindlich verschrien. Mit allen Mitteln der sprachlichen Manipulation wird versucht, das Offensichtliche zu verschleiern: Eine Frau, die schwanger ist, erwartet ein Kind.
Alle Informationen rund um Schwangerschaft und (mögliche) Abtreibung sind nicht nur essenziell, sondern uns Frauen auch zumutbar. Wir sind keine kleinen Kinder, die geschont werden müssen. Bleibt die Wahrheit bewusst verborgen, gibt es für viele nach einer Abtreibung ein böses Erwachen. Darüber könnte ich aus meiner Beratungstätigkeit leidgetränkte Bücher schreiben.
Nicht nur die Aktivistinnen, sondern auch Politik und Medien sind eingeladen, das zu tun, was auch uns Lehrern aufgetragen wird: Die Wissenschaft besonders in den Fokus zu rücken. Entfernen wir uns von ihr, entfalten sich abstruse Ideen, nur allzu sichtbar an den Abgründen der gesellschaftlichen Diskussion rund um das Thema Abtreibung. Es wird mir angst und bange, wenn sich politische Entscheidungsträger von Ideologien leiten lassen und ihre Augen vor der Wissenschaft verschließen.
Wir von #fairändern bitten darum, dass die zeitgeistigen Ideen rund um das Thema Abtreibung einem Faktencheck unterworfen werden, bevor sie abgenickt und womöglich umgesetzt werden. Die gängigen Biologiebücher sind eine gute Orientierungshilfe.
Mag. Petra Plonner, Vorsitzende #fairändern
#Biologie #Fakten #Wissenschaft #Ideologie #schule #sexualität #aufklärung #schwanger #abtreibung
[1] Expedition Biologie 8, Szokoll/Schirl/Möslinger, Westermann
[2] Mehrfach Biologie 1, Pemberger/Moser/Wilhelmer/Christ, Veritas
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